Samstag, 27. Dezember 2008

Wenn die Börse zum Sackerl schrumpft

Der italienische Aktien-Index Mibtel ist im letzten Jahr um 49,6% gefallen und liegt ziemlich genau dort, wo er vor zehn Jahren war - lese ich heute in der Zeitung. Der Weihnachtskonsum ist um rund 20% eingebrochen (gut verkaufen sich nur noch High-Tech und Luxusartikel), und die Superreichen sind nur noch sehr reich. Denn 2007 haben die betroffenen Dynastien durchschnittlich etwa die Hälfte ihres Vermögens eingebüßt. Platz 1 macht immer noch Fam. Rocca, die von Tenaris, mit 5284 Millionen Euro. Berlusconi bleibt weiterhin auf Platz 5. Und hier die ganze Top Twelve.
Der Zeitung entnehme ich außerdem, dass es den französisch-polnischen Börsenfuchs Romain Zaleski (2007 Platz 2, nun Platz 4) am heftigsten getroffen hat: Die Banken mussten "ein Rettungsnetz ausbreiten", um Zaleskis Juwelchen Carlo Tassara zu retten. Dicke schwarze Zahlen schreibt dagegen die umweltfreundliche Fam. Landi, die solche Dinger herstellt.
Wer aber investiert von allen das meiste Geld an der Piazza Affari? Genau, der Staat. Beteiligt an Eni, Enel, Finmeccanica und manches mehr, das kann man hier nachsehen. Alitalia nicht zu vergessen.
Insgesamt geht es uns jedoch hier in Mailand gut: Zum einen haben wir jetzt die Beckhams - wenn sie am Wochenende shoppen gehen, dann geben sie schnell 100.000 Euro aus -, zum anderen haben wir einen großartigen Erzbischof, Dionigi Kardinal Tettamanzi, der nun angekündigt hat, 1 Million Euro an Arbeitslose verteilen zu wollen. Wohlgemerkt, 1 Million Euro aus dem berühmt-berüchtigten 8 Promille, der von den meisten Italienern bei der Steuererklärung der katholischen Kirche gespendet wird, zudem aus Weihnachtsspenden und aus "persönlichem Verzicht" seiner selbst wie seiner Diözese (die ambrosianische Diözese ist angeblich das größte Bistum der Welt). Das mag nicht so toll klingen, wie es eigentlich ist. Aber denken wir bitte an die alte Ratze und an den durchschnittlichen italienischen Erzbischof, so dürfen wir für Tettamanzi sehr dankbar sein.
Amen. Ich muss jetzt los.

Freitag, 26. Dezember 2008

Gratulationsblog zum 23.12.08

"Die Zeit" hat auf ihrer Website einen Gratulationsblog für Altkanzler und Ex-Werbeträger Helmut Schmidt eingerichtet. Fleißig und voller Hochachtung schreiben die Deutschen rein. Hier die vermutlich holprigsten Zeilen.

Lieber Helmut Schmidt,

zum 90. Geburtstag gratulieren wir mit.

Mit der Musik von Mozart bis Bach,

auch am Klavier machte Ihnen Keiner was nach.

Sie sind der beste und glaubwürdigste Politiker aller Zeiten,

unsere besten Wünsche sie weiterhin begleiten.

Bei Ihnen stand das Wohl des Bürgers an erster Stelle,

sie entschieden mit Rückrat, Ehrlichkeit und Mut auf alle Fälle.

Sie haben uns mal wieder so ein tolles Buch gegeben,

mögen sie noch viele schöne Jahre mit Loki erleben.

-- Was bleibt dem noch hinzuzufügen. Herzlichen Glückwunsch.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Dem masochistischen Klischee vorauseilend

Es ist weit über Mitternacht, als die Klingel der Herrin zum letzten Male tönt.
- Feuer! - befiehlt sie kurz, und wie es im Kamine prasselt, - Tee! -
Als ich mit dem Samowar zurückkehre, hat sie sich bereits entkleidet und schlüpft eben mit Hilfe der Negerin in ihr weißes Negligé.
Haydée entfernt sich hierauf.
- Gib mir den Schafpelz -, sagt Wanda, ihre schönen Glieder schläfrig dehnend. Ich hebe ihn vom Fauteuil und halte ihn, während sie langsam träge in die Ärmel schlüpft. Dann wirft sie sich in die Polster der Ottomane.
- Ziehe mir die Schuhe aus und dann die Samtpantoffeln an. -
Ich knie nieder und ziehe an dem kleinen Schuh, welcher mir widersteht. - Rasch, rasch! - ruft Wanda, - du tust mir weh! warte nur - ich werde dich noch abrichten. - Sie schlägt mich mit der Peitsche, schon ist es gelungen!
- Und jetzt marsch! - noch ein Fußtritt - dann darf ich zur Ruhe gehen. -- Leopold von Sacher-Masoch

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Wie immer ohne Gewähr


Im Zweifelsfall kein Held sein.
Schon gar keine Heldin.



Aber ich muss versprechen, mich mehr um die Untertage zu kümmern. Es ist ja so viel zu tun, auf der ganzen Welt in Deutschland. Wollen wir erst einmal im Grundgesetz festhalten: In Deutschland wird Deutsch gesprochen.
Und nun die Lottozahlen.
8
36
51
4
11
Zusatzzahl
20
Superzahl
...