Zeit: Nachts
Ort: Gelände eines kleinen Flughafens
Ereignis: Verleihung von Abschlusszeugnissen
Eine Gruppe von Menschen, darunter ich, wartet. Es sollen endlich Abschlusszeugnisse verliehen werden; etwas wird abgeschlossen. Schließt man es mit Erfolg ab, so ist man frei. Der Gedanke an die Freiheit macht die Erwartung groß und das Warten schwer.
Plötzlich stellt sich heraus, dass ein junger Mann, der zur Gruppe gehört, angeschossen worden ist. Das Fatale daran: Der Schuss hat ein Loch durch seine Hand gebohrt, und in dieser Hand trug er den Zettel, den Schein der Erlösung: die Abschlusszeugnisse aller anderen Anwesenden.
Von den Angreifern keine Spur. Man kümmert sich irgendwie um den Verletzten. Dieser geht an mir vorbei, ich kann ganz deutlich die runde Wunde an seiner Hand sehen. Er sieht aus, als käme er aus dem Nahen Osten, ein Palästinenser, ein Araber. Seine Wunde ist mir gleichgültig, ich werfe einen nüchternen Blick darauf - ich will nur meinen Zettel. Der Zettel existiert jetzt nicht mehr. Ich hatte es schon in seiner Hand, und nun ist es weggeballert worden. Ich sehe meine Freiheit wegen eines terroristischen Anschlags (und wegen eines solchen!) flöten gehen.
Ich bin sehr böse auf den Angeschossenen, auch wenn er ein Opfer ist. Ich stehe doch als das noch viel größere Opfer da. Der Mann hat immerhin etwas erlebt, zweifellos körperlichen Schmerz, und ihm bleibt ein ewiges Zeichen, das man vorzeigen kann. Ich aber...
Äußerst frustrierender Traum, aus dem man sich nicht ungerne wecken lässt. Enttäschung der Hoffnung, schweigende Wut und Verzweiflung, totaler Egoismus.
Der weltpolitische Zusammenhang, der mir die Freiheit nimmt, entstammt vermutlich dem Ausschnitt aus einem Pasolini-Filmfragment, den ich gestern nachmittag gesehen habe und der die Globalisierung als Auflösung der Ersten Welt prophezeit.
Ort: Gelände eines kleinen Flughafens
Ereignis: Verleihung von Abschlusszeugnissen
Eine Gruppe von Menschen, darunter ich, wartet. Es sollen endlich Abschlusszeugnisse verliehen werden; etwas wird abgeschlossen. Schließt man es mit Erfolg ab, so ist man frei. Der Gedanke an die Freiheit macht die Erwartung groß und das Warten schwer.
Plötzlich stellt sich heraus, dass ein junger Mann, der zur Gruppe gehört, angeschossen worden ist. Das Fatale daran: Der Schuss hat ein Loch durch seine Hand gebohrt, und in dieser Hand trug er den Zettel, den Schein der Erlösung: die Abschlusszeugnisse aller anderen Anwesenden.
Von den Angreifern keine Spur. Man kümmert sich irgendwie um den Verletzten. Dieser geht an mir vorbei, ich kann ganz deutlich die runde Wunde an seiner Hand sehen. Er sieht aus, als käme er aus dem Nahen Osten, ein Palästinenser, ein Araber. Seine Wunde ist mir gleichgültig, ich werfe einen nüchternen Blick darauf - ich will nur meinen Zettel. Der Zettel existiert jetzt nicht mehr. Ich hatte es schon in seiner Hand, und nun ist es weggeballert worden. Ich sehe meine Freiheit wegen eines terroristischen Anschlags (und wegen eines solchen!) flöten gehen.
Ich bin sehr böse auf den Angeschossenen, auch wenn er ein Opfer ist. Ich stehe doch als das noch viel größere Opfer da. Der Mann hat immerhin etwas erlebt, zweifellos körperlichen Schmerz, und ihm bleibt ein ewiges Zeichen, das man vorzeigen kann. Ich aber...
Äußerst frustrierender Traum, aus dem man sich nicht ungerne wecken lässt. Enttäschung der Hoffnung, schweigende Wut und Verzweiflung, totaler Egoismus.
Der weltpolitische Zusammenhang, der mir die Freiheit nimmt, entstammt vermutlich dem Ausschnitt aus einem Pasolini-Filmfragment, den ich gestern nachmittag gesehen habe und der die Globalisierung als Auflösung der Ersten Welt prophezeit.
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